Männerchor Salenstein

Rund ums Singen

Singen und Seele

Wo man singt, da lass dich ruhig nieder oder "Xsang isch Xsung"


Die Stimme gilt als ein Spiegelbild unserer Seele. Mit ihr reden, schreien, flüstern und krächzen wir. Unendlich viele Töne lassen sich ihr entlocken. Und manchmal, wenn wir singen, kann die Stimme andere Wesen verzaubern. So wie es Orpheus konnte. In kaum einer anderen Erzählung wird die Macht des Singens so eindringlich beschworen wie im Mythos des Sängers Orpheus. Mit seiner Stimme und seiner Lyra konnte er Steine erweichen und Tiere zähmen, ja, er überwand sogar die Grenzen des Todes, als es ihm gelingt, in das Totenreich des Hades einzudringen.
Aber Singen kann noch mehr als verzaubern. "Wer singt, lebt gesünder". Um singen zu können, brauchen wir Lunge, Kehlkopf, Stimmlippen und die Resonanzräume unseres Körpers. Wichtig ist die richtige Atemtechnik. Wenn man nur in den Brustkorb einatmet, bläht man nämlich den Brustkorb auf und schnürt den unteren Teil der Lunge ein. Trainierte Sänger atmen dagegen in den Bauch hinein, dessen Muskulatur das Zwerchfell nach unten zieht. Das Zwerchfell wiederum drückt die Lungenflügel nach unten, so dass die Luft in den Lungen viel Platz hat. Auf diese Weise entspannen Sänger ihren Brustkorb und kräftigen ihre Rückenmuskeln. Wer die Methode beherrscht, verwandelt seinen ganzen Körper in einen Klangraum, mit dem er wie auf einem Instrument spielen kann.
Diese Art des Singens fordert den ganzen Körper. Schon zehn bis 15 Minuten Singen und Trällern reichen aus, um das Herz-Kreislauf-System auf Trab zu bringen. Die Atmung intensiviert sich, der Körper wird besser mit Sauerstoff versorgt. Profisänger besitzen sogar eine deutlich erhöhte "Herzratenvariabilität", die die Schwingungsbreite der Herzfrequenz anzeigt, und sind so fit wie Dauerläufer.