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Stand 09.04.2009



Herzsprung

Roman.  Haymon Verlag, 1995. Diogenes Taschenbuch, 2000



Ich traf Jonny nachmittags auf einer Straße im Prenzlauer Berg. Hätte er mich nicht angesprochen, ich wär an ihm vorbeigelaufen.
»Und?« sagte Jonny, »hast was Unaufschiebbaren zu tun?«
»Weder noch«, sagte ich.
»Willst mitkommen? Ich muß noch einen Verstärker organisieren. Zu Fuß ist das ein bißchen viel. Ich geb dir einen aus, wenn du mir tragen hilfst.«
»Konzert?«
»Kneipenauftritt«, sagte Jonny. »Handgeld.«


Das zweitälteste Gewerbe der Welt: Schmuggel.
Egal, ob auf einem verschneiten Alpenübergang oder in einem Berlin, das für Vietnamesen kein gutes Pflaster mehr ist
Sein Freund Totò von der italienischen Grenzpolizei hatte ihn ja gewarnt. Aber Tschonnie Tschenett steckt tief in einer Sinnkrise und ist bereit, den nächstbesten LKW-Auftrag anzunehmen, Hauptsache, er bringt ihn weit weg. Das erreicht er auf Anhieb. Denn gleich beim ersten Job hat er die Bullen am Hals und muß über die grüne Grenze. Für eine dubiose Schweizer Firma übernimmt Tschenett Fahrten nach Berlin und nach Herzsprung bei Wittstock. Dort trifft er einen alten Kumpel wieder, der für dieselbe Firma arbeitet und Tschenett mit leicht zu verdienendem Geld lockt.
Wie schmutzig der Job in Wirklichkeit ist, begreift der Amateurdetektiv erst, als er im Fernsehen das Bild eines toten Vietnamesen sieht. Mit dem er vor kurzem noch Geschäfte gemacht hat. Ein sozialkritischer Thriller und atemberaubender ›road-movie‹.


Presse:

»Der Roman geht mit seiner Episodenstruktur kühn neue Krimi-Wege.« (Frankfurter Rundschau)

»Herzsprung ist ein Roman, der schon kurz nach seinem Erscheinen von der Realität eingeholt wurde. Ein trauriger Beweis für das brillante Gespür Lanthalers, realistische und spannende Stoffe für seine Romane zu finden. ... ein fesselndes Lesevergnügen der besonderen Art.« (Deutsche Welle)

»Brillant erzählt, mit der Schilderung allerkleinster Details und der dazugehörigen Sprache, wird auch dieser Roman Lanthalers zum wahren Lesevergnügen.« (Neue Vorarlberger Tageszeitung)

»Ein Geheimtip.« (Deutschlandradio, Köln)

»Mit Witz erzählt und gründlich recherchiert.« (Neues Deutschland)




 

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