Verpuppung
Raupe

Bis jetzt verlief mit Ausnahme der Häutungen alles gemächlich, doch jetzt eilt's und alles geht sehr schnell.

Vor dem unmittelbaren Verlassen der Futterpflanze entleert die Raupe ihren Darm. Beginnend mit schwarzen Kot-Kügelchen, bis zu grünlichem Schleim. Von der Eiablage bis zum Verlassen der Futterpflanze vergehen je nach Wetter zwischen 30 und 35 Tage.

Die Raupen der 1. Generation verlassen ihre Futterpflanze normalerweise am frühen Nachmittag (13:00 bis 15:00 Uhr) und haben ihre Verpuppungsstelle meist nach einer Stunde gefunden.

Wanderung

Die 2. Generation ist oft später dran und ist mit unter beim Eindunkeln immer noch unterwegs. Die Wanderung wird ab und zu sogar am nächsten Tag noch fortgesetzt. Die Verpuppungsstelle scheint sehr viel vorsichtiger ausgewählt zu werden und dauert einiges länger als bei der 1. Generation. Dies hat vermutlich damit zu tun, dass diese Generation als Puppen überwintern werden. Auch die Verpuppungsorte werden anders ausgewählt. Einige haben sich nur wenige Zentimeter über dem Boden an bereits abgeschnittenen, schon verdorrten Blumenstengeln verpuppt, andere sind in einer Thuja-Hecke verschwunden.

Dann gibt es aber auch noch die unsportlichen, die faulen. Die verpuppen sich gleich an der Futterpflanze.

Hindernisse

Egal wie gross ein Hinderniss, der Weg wird fortgesetzt. Bei uns fast immer nach Süden.

Da wir aber jetzt Falterkästen verwenden, ist ihr Bewegungsradius auf den Kasten beschränkt. Wir glauben, dass das für die Raupen Stress bedeutet, aber dafür steigen ihre Ueberlebenchangen massiv.

Mehr dazu unter Gefahren.

Stelle gefunden

Ist das Ziel erreicht, wird die Umgebung erkundet. Da rauf, wieder runter, dort rauf, auch wieder runter.

Ist die "richtige" Stelle gefunden, verharren die Raupen in dieser Stellung.

Das kann ohne weiteres einen Tag dauern ohne dass weitere Aktivitäten statt finden.

Das Anbinden

suche

Am nächsten Tag fixiert sie zuerst ihr Schwanzende am Untergrund. Danach spinnt sie einen Faden zwischen Oberkörper und der gewählten Verpuppungsstelle mit ihrem Mund.

Die Raupe biegt sich stark auf die eine Seite und befestigt den Faden am Untergrund. Im Bild links befestigt sie ihn bereits auf der andern Seite. Der Faden, noch sehr dünn, ist am Körper oben sichtbar.

Anbinden

Ist der Faden befestigt, spinnt sie einen weiteren Faden, den sie mit dem ersten verbindet, lehnt sich weit zurück, um schlussendlich wieder auf die andere Seite zu gelangen.

Der Faden befindet zwischen Mund und dem ersten Fusspaar, im Bild knapp sichtbar.

Faden

Auch auf der anderen Seite wird der Faden wieder befestigt. Die Raupe wiederholt diesen Vorgang etwas mehr als 10mal. Der Faden wird immer etwas dicker, bleibt aber immer am Körper, wie im Bild links gut sichtbar. Vorne behält die Raupe den Faden immer zwischen Mund und dem ersten Fusspaar. In diesem Stadium muss der Faden noch recht elastisch sein, da bei jedem Wenden von der einen zur anderen Seite die Raupe sich mit ihrem Oberkörper weit zurück lehnt.

Lange war uns ein Rätsel, wie die Raupe den Faden um ihrem Körper bringt. Die Lösung ist ganz einfach: Wenn der Faden fertig ist, schlüpft sie, nach dem letzten Befestigen, mit ihrem Kopf einfach unter dem Faden durch.

Faden

Anschliessend lehnt sich die Raupe mit dem Oberkörper stark zurück und beginnt, sich nach allen Seiten zu winden und nach hinten zu drücken.

Anfänglich dachten wir, die Raupe macht einen Festigkeitstest, aber mit diesem Ranken rutscht der Faden von ihrem Oberkörper weiter runter, bis er am richtigen Ort ist.

Die Raupe hängt jetzt nur noch an ihrem Faden und am Schwanzende.

anbinden

Nachdem der Faden an der richtigen Stelle ist, nimmt die Raupe diese gebogene Haltung ein und bleibt so hängen bis zum nächsten Tag.

Die letzte Häutung

festgebunden

Obschon sich lange nichts mehr ereignete, geht es jetzt schon wieder sehr rasch.
Die Puppe beginnt, als ob sie tief einatmen würde, sich etwas aufzublähen. Sie wiederholt diese Vorgang so lange, bis die Raupenhaut platzt. Die Puppe windet sich nun kräftig hin und her und schält sich so langsam aus der Raupenhaut. Darunter kommt die fertige Puppe zum Vorschein. Die Puppe ist in diesem Zustand noch sehr weich und extrem beweglich.

Hülle
Hülle

Zwischen dem Zustand wie im Bild links oben und dem Zustand im Bild rechts unten liegen gerade mal 5 Minuten.

Zwischen dem Anbinden und der letzten Häutung liegt bei der ersten Generation normalerweise 1 Tag, bei der zweiten Generation kann das bis zu 3 Tagen dauern.

Puppe
Puppe

So sieht die fertige Puppe aus. Kaum zu erkennen.

Zwischen diesen vier Fotos hat das Wunder der Metamorphose bereits begonnen. Die Puppe wird unter der Raupenhaut gebildet. Gemäss Wikipedia wird im Innern der entstandenen Puppe die Raupe vollständig aufgelöst und verflüssigt. Die Zellen "formatieren" sich neu für ein zweites Leben.